Der Gonsbach
Der Gonsbach
bildet ein über neun Kilometer langes Talsystem, das vor allem die
Quellen der Mainzer Vororte Finthen und Gonsenheim aufnimmt und
zwischen Mombach und Mainz in den Rhein leitet.
Schon in
römischer Zeit war das gute Quellwasser von Finthen durch ein langes
Aquädukt („Römersteine") auf das Gelände des Legionslagers (heute
Universitätskliniken) gelenkt worden.
Gonsbach (früher „die Gons")
heißt er erst nach der Vereinigung seiner wichtigsten Finther
Quellbäche „Aubach" (auch „Mühlbach") und „Königsborn" an der
Gemarkungsgrenze zwischen Finthen und Gonsenheim. Noch im 19.
Jahrhundert war sein Tal in und unterhalb von Gonsenheim wegen
gelegentlicher Überschwemmungen eine weitgehend ungenutzte sumpfige
Gemeindewiese. Intensiv genutzt wurde sein Wasser von acht Mühlen, die
sich von Finthen bis unterhalb der Schule hinzogen. Zwei davon, als
Gaststätte bzw. Privathaus restauriert (die obere und untere Gonsmühle),
liegen in Sichtweise der Schule, und ein Müller der oberen aus der
Mitte des 19. Jahrhunderts mit Namen Schneider gab der angrenzenden
Flur und somit indirekt dem Straßennamen des Gymnasiums („An Schneiders
Mühle") seinen Namen.
Die wachsende Bevölkerung des 19.
und 20. Jahrhunderts brachte eine Intensivierung der Landwirtschaft
auch im Gonsbachtal mit sich, so dass zur Vermeidung von
Überschwemmungen nach Gewitterregen der Gonsbach oberirdisch
kanalisiert wurde, in den 70er Jahren ergänzt durch ein System von
Auffangbecken im unteren Verlauf.
Zu Beginn der 80er Jahre wurde ein Stück des Gonsbachs auf der Höhe von
Gonsenheim „renaturiert", und zunehmend bekommt heute das Gonsbachtal
Bedeutung als Naherholungsgebiet und als Frischluftschneise für Mainz, so dass es durch das Landespflegegesetz 1979 bzw. 1994 von Finthen bis Mombach zu einem Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde.
Dadurch bekam das (oft so genannte) „Gonsbach-Gymnasium"
als einziges Mainzer Gymnasium den Vorzug, an bzw. in einem
Landschaftsschutzgebiet zu liegen. Die meisten unserer Klassen blicken
auf grüne Gärten.
Im Mai begleitet der Gesang von Nachtigallen, Grasmücken und Pirolen durch die geöffneten Fenster unseren Unterricht.
In den sechziger und siebziger Jahren wurde der Name Gonsbach bundesweit bekannt durch die „Gonsbachlerchen", eine durch Gesang, Akrobatik und Klamauk herausragende Fastnachtergruppe aus Gonsenheim.
Zu literarischen Ehren kam das Gonsbachtal 1976 durch den linken
Liedermacher Franz Josef Degenhardt; er widmete dem Gonsbach fünf
melancholisch-trotzige Strophen - hier die erste:
Hier am Hang der leeren Gärten,
unterm Dorf, das es noch gibt,
wo die Häuser sich noch wärmen,
weil sich eins ins andre schiebt;
hier am Hang unter dem Giebel,
auf dem schon der Mondkalk liegt
nach dem letzten Flug der Tauben,
die der Habicht nicht besiegt;
hier am Hang hocken sie wieder
neben einem Hinkelstein,
quatschen, lachen, singen Lieder,
trinken starken roten Wein
am langen Tisch im Gonsbachtal,
im Gonsbachtal beim Abendmahl.
Die Schule ist stolz darauf, dass sich Schüler und Lehrer um den
Gonsbach in der Nähe der Schule kümmern. Die Fachschaft Biologie hat
die offizielle Bachpatenschaft übernommen.
© 1997 by Hartmut Geißler
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